Umplanung eines innerstädtischen, mehrgeschossigen 70er-Jahre Gebäudes zum Kinder- und Jugendhospiz
Der Gemeindehaustyp „I-Berg“ (BJ 1975) wird in einem komplexen großstädtischen Gefüge, das sich am Hang gruppiert, mit der Einrichtung eines Kinder- und Jugendhospizes überplant. Hier entsteht durch die konzeptionelle Bearbeitung des Architekturbüros mitten in der Stadt, im Zusammenspiel mit einem geschützten L-förmigen grünen Außenbereich, auf verschiedenen Ebenen ein sensibler Raum des Zusammenlebens, der Begegnung, der Versorgung und des Abschieds.
Ziel dieser typologischen Untersuchung ist es, mit Hilfe des Entwurfs aufzuzeigen, wie ohne Veränderung der Gebäudekubatur bei gleichzeitiger starker und klarer Konzeption ein umfangreiches Raumprogramm mit Anforderungen der palliativ-pflegerischen, palliativ-medizinischen, therapeutischen, pädagogischen und psychosozialen Versorgung in einem Gemeindehausbestand abgebildet werden kann.
Den drei zu beplanenden Ebenen, die vertikal durch einen Personen- und einen Bettenaufzug barrierefrei erschlossen werden können, wurden im Rahmen des Konzepts unterschiedliche Schwerpunkte der Nutzung zugeordnet. Das Gebäude erfährt wenige Veränderungen von außen. Lediglich die Belichtungsqualität wird durch Tageslicht und erweiterte Sichtbezüge verbessert. So wird Befensterung vergrößert und gleichzeitig der Sichtbezug zum grünen Garten-Innenhof gestärkt.
Eine moderne Pflegestation mit sechs Plätzen findet in der erdgeschossigen Ebene ihren Platz. Der barrierefreie Zugang in den geschützten Garten bereichert die Aufenthaltsqualität in der Stadt. Auf den bestehenden Raumzuschnitt mit Gruppenräumen wird mit schaltbaren Pflegezimmern und einer flexiblen Zuordnung von Elternzimmern über den Flur hinweg geantwortet. Das Stationszimmer behält die Übersicht in alle Bereiche der Etage und bildet die zentrale Anlaufstelle. Hier gliedern sich ergänzend ein großzügiges Pflegebad und die medizinische Versorgung an. Die gezielte Aufweitung des Flures in einen Aufenthaltsbereich, sorgt für Begegnungsfläche und eine Beruhigung der Erschließungswege.
In der Nähe des straßenseitigen Eingangs entsteht eine Cafeteria die als neuer Treffpunkt, der sowohl Familien, Besucher*innen, Mitarbeiter*innen und Gäste aufnimmt.
In eine frühere Gemeindebürofläche mit separatem Zugang wird der Aussegnungsraum verortet. Der Aussegnungsbereich bildet mit dem direkten Sichtbezug sowohl in den abgeschirmten Garten als auch in ein begrüntes Atrium einen stillen und würdevollen Raum des Abschiednehmens und der Ruhe.
Im Obergeschoss verbessert ein in die Decke geschnittenes Atrium mit Tageslicht die Belichtung der Gebäudemitte. Um dieses Atrium herum gruppieren sich ein flexibles Raumangebot für Entspannung, Bewegung, Spiel, Kreativität und Therapie.
Der Struktur des Erdgeschosses folgend wird im Obergeschoss ein nach Bedarf zuschaltbarer Wohnbereich mit Apartments für bis zu vier Familien oder Angehörige geschaffen. Rückzugs- und Gemeinschaftsbereiche für Eltern und Geschwister runden das familiäre Raumangebot dieser Ebene ab.
Das Souterrain nimmt die Verwaltungs-, Mitarbeiter- und Hauswirtschaftsstrukturen auf. Sie verfügen über einen separaten Zugang von außen, das den organisatorischen Ablauf und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und Ehrenamtlicher unterstützt.


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